Wie wird Nikolaus in anderen Ländern gefeiert?

Am 6. Dezember ist es bei uns wieder so weit – der Nikolaus hat in der Nacht seine Runden gezogen und die Stiefelchen befüllt.
Doch der Brauch um Nikolaus wird nicht in allen Ländern der Welt (gleich) gefeiert. Wo und inwiefern das geschieht, wollen wir heute mit euch rausfinden.

Der Ursprung in der heutigen Türkei

Der heilige Nikolaus geht zurück auf Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert Bischof der Stadt Myra war. Er war barmherzig und hilfsbereit, hat einem verarmten Vater und seinen drei Töchtern Goldstücke geschenkt, konnte einen Sturm besänftigen und sogar mehrere Tote wieder zum Leben erwecken. Aufgrund seiner Taten wird heutzutage an seinem Todestag, dem 6. Dezember, sein Andenken gefeiert.
Doch obwohl der heilige Nikolaus ursprünglich aus der heutigen Türkei kommt, denn die Ruinen von Myra sind unter der jetzigen Stadt Demre begraben, wird der Tag dort nicht groß gefeiert. Erst seit den 50er Jahren, als bekannt wurde, dass die Stadt Demre Teil der Tradition ist, pilgern einige Leute extra dorthin. Geschenke gibt es dennoch nicht am 6. Dezember. Die bringt „Noel Baba“ erst zu Silvester, wenn das neue Jahr ausgiebig begrüßt wird.

Nikolaus in Deutschland

Bei uns in Deutschland ist es üblich, dass Kinder in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember ihre Schuhe vor die Tür stellen und der Nikolaus diese in der Nacht befüllt, wenn das Kind artig war. Er wird meist von finsteren Gestalten begleitet, die unartige Kinder bestrafen. Neben diesem Brauch in ganz Deutschland, gibt es auch regionale Unterschiede was das Feiern des Tages angeht. In Bremen findet jedes Jahr das Sunnerklauslaufen (heute Nikolauslaufen) statt, bei dem sich die Kinder verkleiden und mit Säckchen in der Nachbarschaft klingeln und in Einkaufszentren gehen um Süßigkeiten, Obst und Kekse für das Aufsagen eines Gedichtes zu bekommen. In Bayern und der Oberpfalz findet jedes Jahr zu Nikolaus das Krampuslaufen statt. Der Krampus ist der finstere Begleiter des Nikolaus, der in anderen Gebieten auch als Knecht Ruprecht oder Klaubauf benannt wird. Der Umzug ist meist am Abend des 5. Dezembers, an dem eine Scharr von Krampussen mit lärmenden Glocken umher zieht und die Passanten erschrecken.

Sinterklaas in den Niederlanden

In den Niederlanden kommt der Nikolaus alias  Sinterklaas für gewöhnlich mit einer Gruppe von Begleitern, den „Zwarte Pieten“ (= schwarzen Peter), schon Mitte November aus Spanien mit einem Schiff an und wird freudig am Hafen begrüßt. Bis zum 5. Dezember reist Sinterklaas dann durch verschiedene Städte und begrüßtdie Bewohner mit Festlichkeiten. Der Höhepunkt für Jung und Alt ist der Geschenkeabend, auf niederländisch „Pakjesavond“, der am 5. Dezember stattfindet. Im Gegensatz dazu, wird Heiligabend in den Niederlanden eher weniger gefeiert. An Weihnachten werden nur kleinere Geschenke übergeben, denn hier steht der religiöse Inhalt im Vordergrund. Ein Weihnachtsbaum wird zwar auch aufgestellt und der Adventskranz angezündet, Sinterklaas hat aber bei den Niederländern eine größere Bedeutung.

Nikolaus oder Santa Claus?

Wir alle kennen den rundbäuchigen Mann mit Rauschebart, Zipfelmütze und rotem Mantel. An den Weihnachtsmann alias Santa, wird von jedem Kind in den USA geglaubt. Auch wenn er, wie man so schön sagt, aus kommerziellen Gründen erfunden sein soll. Denn Santa Claus leitet sich von Sinterklaas ab, der ja in den Niederlanden der Nikolaus ist. Etwas verwirrend ist die Namensgebung schon… Nikolaus am 6. Dezember wird jedoch nur in wenigen Gebieten gefeiert. Vorwiegend in denen, mit vielen europäischen Einwanderern wie Cincinnati oder Milwaukee.

Und wusstet ihr über all die Unterschiede zu unserem bekannten Nikolaustag Bescheid?
Wir wünschen euch und euren Familien ein schönes Nikolausfest und eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

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