Vier motivierte Jugendliche, die den Daumen hoch zeigen

Sprachenlernen und die Sache mit der Motivation

Ihr kennt das sicherlich: Man lernt eine neue Sprache und nach einigen Monaten oder vielleicht auch Jahren der Euphorie macht sich langsam, aber sicher ein Motivationstief breit. Als erfahrener Sprachenlerner will ich meine Erfahrungen mit euch teilen und euch helfen, diese Motivationsschwierigkeiten zu überwinden.

Euphorischer Anfang

In der Schule, Universität oder während einer Sprachreise fiel es mir – und da bin ich sicher nicht die Einzige –  aufgrund des bereits vorstrukturierten Lernens in der Regel einfacher zu lernen. Zu festen Zeiten und gemeinsam mit anderen wird der Lernstoff durchgenommen und es sind gerade am Anfang der Lernkarriere meist schnelle Fortschritte sichtbar. Hinzu kommt, dass besonders während einer Sprachreise in authentischer Umgebung ein konkreter Bezug zur Sprache und ihrer Anwendung vorhanden ist. Jeden Tag trittst du hier in Interaktion mit Einheimischen und wendest das soeben Gelernte sofort an, wodurch es sich nochmal schneller festigt. Zudem ging es mir immer so, dass ich besonders komplizierte grammatische Strukturen oft erst verstanden habe, wenn ich sie selbst nutzen musste oder sie bei Einhemischen gehört oder in alltäglichen Texten gelesen habe.  Dies ist natürlich nicht nur beim Sprachenlernen, sondern in vielen Bereichen so. Der konkrete Bezug zum Thema hilft, die Dinge verständlicher zu machen.

All diese Aspekte sorgen dafür, dass viele Lerner meist am Beginn des Sprachenlernens und oft nach einem erneuten Kurs oder einer Sprachreise zunächst auf einer Welle der Euphorie fahren. Sie sind (wieder) mit mehr Elan dabei und setzen sich auch selbst eher hin, um weiterzumachen und weiterzukommen.

Müßiggang ist aller Laster Anfang

Wie bei mir beginnt aber bei den meisten Sprachenlernern irgendwann die Motivation einzubrechen. Es gilt, das Sprachenlernen in den oft bereits viel zu vollen Alltag zu integrieren. Nach einem langen Arbeitstag und den sonstigen Hürden des Alltags bin sicherlich nicht nur ich müde und habe nicht mehr wirklich Lust und Kraft, mich noch ein bis zwei Stunden zum Lernen hinzusetzen.  Die Zeit, der Lerner sich der Sprache widmen, nimmt also schleichend ab und auch die deutlichen Erfolge werden weniger und erscheinen immer weniger zufriedenstellend. Frustration macht sich bald breit. Es geht kaum noch vorwärts und fühlt sich an, als trete man auf der Stelle. Weiter mit Motivation und Elan bei der Sache zu bleiben scheint fast unmöglich. Bei allen Sprachen, die ich bisher gelernt habe, kam ich an diesen entscheidenden Wendepunkt und war davor, einfach hinzuwerfen. „Es bringt doch eh nichts mehr.“, „Ich schaffe das eh nicht.“ oder „Wozu quäle ich mich hier noch so ab?“ waren nur ein paar meiner Gedanken. Ihr erahnt es wahrscheinlich schon, an diesem heiklen Punkt angekommen, gilt es, weiterzumachen und den inneren Schweinehund oder die innere negative Stimme zu überwinden. Und glaubt mir, es ist möglich und es lohnt sich!

Raus aus Frustration und Motivationstief

Wichtig und sicher hilfreich zu wissen, ist, dass Sprachenlernen auf viele verschiedene Weisen geschehen kann und nicht nur aus reinem Grammatiklernen und Vokabellernen besteht. Zudem ist es nicht nötig, sich jeden Tag mehrere Stunden daranzusetzen. Eine halbe Stunde am Tag oder eventuell sogar nur jeden zweiten Tag kann je nach Lerntempo und -charakter schon ausreichen. Sich dies immer wieder zu vergegenwärtigen, hilft dabei, den (negativen) Druck vom Lernen zu nehmen. So „befreit“ lernt es sich gleich wieder leichter und auch mit mehr Freude. Ihr dürft nie vergessen: Ihr lernt freiwillig! Niemand zwingt euch, zu lernen und niemand gibt euch vor, wie ihr zu lernen habt. Ihr seid euer eigener Herr und könnt euren Lernplan ganz euren individuellen Bedürfnissen und der vorhandenen Zeit anpassen.

Am Ball bleiben…

Um in einer Sprache „drin“ zu bleiben oder weiter zu kommen, gibt es jede Menge Möglichkeiten. Grammatik ist natürlich ein sehr wichtiger Aspekt, da sie einen Teil der Basis bildet. Aber es gibt mittlerweile jede Menge Bücher sowie auch Material im Internet, in dem die grammatischen Strukturen verständlich erklärt sind. Darüber hinaus bieten sie oft Anwendungsbeispiele mit Lösungen. Hier wäre z.B. eine Möglichkeit, sich drei bis vier Übungen die Woche vorzunehmen.

Angenehmer und abwechslungsreicher ist es natürlich, die Aufgaben zu variieren. Ich nehme mir z.B. jede Woche eine grammatische Übung vor – ich denke das ist für jeden absolut machbar. Dies kombiniere ich mit praktischeren Aufgaben, die nicht ganz so „trocken“ und „fern“ sind.

…macht sogar Spaß!

Ihr könnt z.B. fremdsprachiges Radio hören oder euch im Internet die Nachrichten anschauen. Ich schaue mir oft Serien oder Filme in der Fremdsprache an. Je nach Belieben kann man hier auch noch Untertitel zuschalten. Hierbei trainiert ihr nicht nur euer Gehör für die Sprache, sondern es macht auch Spaß. Zudem ist es ein tolles Gefühl, zu sehen, dass das Verständnis von Mal zu Mal besser wird!

Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen in der Fremdsprache. Um nicht direkt frustriert zu sein, empfehle ich euch einfachere Bücher wie Romane. Eine andere Option ist, bereits gelesene Bücher in der Fremdsprache erneut zu lesen. Hier ist der Inhalt bereits bekannt, sodass der Kontext in jedem Fall erschlossen werden kann. Euch fällt sicherlich das ein oder andere Buch ein, das ihr auch gerne ein weiteres Mal lesen würdet. Die Zeitungsleser-im-Zug unter euch können sich morgens auf dem Weg zur Arbeit auch einfach mal eine englische, spanische etc. Zeitung holen oder den ein oder anderen Artikel auf dem Handy lesen.

Lernen ist ein Prozess

Wie ihr hoffentlich sehen könnt, seid ihr nicht alleine, wenn ihr euch derzeit in einem Motivationstief befindet. Wenn ihr noch nicht an dem Punkt seid, dann fühlt euch nicht schlecht, wenn ihr ihn erreicht. Lernen ist ein stetiger Prozess mit Höhen und Tiefen. Wichtig ist, am Ball zu bleiben und sich selbst nicht unter Druck zu setzen. Lernen sollte trotz des Aufwandes weiterhin Spaß machen! Andernfalls kann man auch nur schwer Fortschritte machen.

Also ran an die Sprache, schnappt euch ein Buch, seht euch direkt heute Abend einen Film an oder holt euch einen Comic. Es gibt so viele verschieden Möglichkeiten, zu lernen und Spaß dabei zu haben und mit dem Spaß kommt auch die Motivation wie von selbst (zurück)!

Falls ihr nochmal einen besonderen Motivationsschub braucht und eine Sprachreise zum (erneuten) Einstieg machen wollt, findet ihr auf unserer Kolumbus Sprachreisen Webseite viele Sprachen und zahlreiche spannende Destinationen.

2 thoughts on “Sprachenlernen und die Sache mit der Motivation

  1. Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst! 🙂 Toll, dass du ein Motivationstief ebenfalls überwunden hast. Wir wünschen dir fürs weitere Sprachenlernen auch zukünftig viel Spaß und Erfolg!

  2. Das mit der Motivation kenne ich sehr gut. Ich habe einmal einen Sprachkurs auf Malta gemacht und diesen nach einer Woche abgebrochen, weil ich tierisch Heimweh hatte und ich niemanden verstehen konnte. Somit ist auch meine Motivation komplett eingebrochen. Das habe ich dann so bereut, dass ich in der Dialogica Sprachschule zu Hause in Solothurn einen Sprachkurs gemacht habe. Die Schule war super! Ich habe von Muttersprachlern Englisch Unterricht erhalten und zwar auf einem geeigneten Niveau für mich, da ich zunächst einen Einstufungstest gemacht habe. Der Sprachkurs hat super viel Spass gemacht und ich habe sehr schnell sehr grosse Fortschritte gemacht.

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